Weingarten

Handarbeit, Begrünung, Förderung des Bodenlebens, selektive Lese: alles mit dem Ziel den Eigenheiten der Einzellagen detailliert auf die Spur zu kommen.

Der Arbeit in den Rieden kommt schon deswegen oberste Priorität zu, weil sie uns von Mitte Jänner bis Ende Oktober quasi täglich fordert. Jeder Weingarten hat unterschiedliche Bedürfnisse, auf jede Parzelle und jeden Rebstock müssen wir individuell reagieren. Entscheidungen werden getroffen, und speziell die Entscheidung nichts zu tun, Geduld zu beweisen, zu warten und zu sehen wie sich die Dinge entwickeln, gehört zu den schwersten überhaupt.

Essentielle Eingriffe, mit denen wir das Gleichgewicht des Rebstocks im Weingarten fördern, sind beispielsweise ein sanfter Rebschnitt, Begrünung zur Förderung des Bodenlebens und der Biodiversität, bewusste Laubwandarbeiten, um auf die Launen des Wetters zu reagieren, oder aber auch der richtige Lesezeitpunkt, um eine ideale Balance zwischen Säure, Körper, Alkohol und Aromen herzustellen.


Keller

Unsere Weine sollen die Geschichte ihres Jahrgangs und ihrer Herkunft erzählen. Wir begleiten und beobachten sie dabei und versuchen ihnen das beste Umfeld für ihre Entwicklung zu bieten.

Weinmachen ist ein Zusammenspiel aus natürlichen Voraussetzungen und der fortwährenden Beschäftigung des Winzers, daraus einen möglichst authentischen und individuellen Wein zu keltern. Die Arbeiten im Keller beruhen auf dem Wunsch, das im Weingarten erreichte Gleichgewicht und die spezifischen Eigenschaften der jeweiligen Rieden adäquat in die Flasche zu bekommen.

Dabei tun wir, um es in aller Kürze auf den Punkt zu bringen, so wenig wie möglich und so viel wie nötig. Eine wesentliche Rolle kommt dem Ausbau in großen Holzfässern zu, die den Weinen das optimale Umfeld bieten, um sich in Ruhe formen und entwickeln zu können.


Steinmauern

Die Trockensteinmauern sind ästhetische und historische Manifeste einer jahrtausendenalten Weinbaugeschichte. Ohne sie gäbe es in der Wachau keinen Weinbau. Ihre Erhaltung ist ein kollektiver Kulturauftrag.

Der Blick hinauf in die Wachauer Weinterrassen verdeutlicht die Symbiose, die seit jeher zwischen einer außerordentlichen Naturlandschaft und den hier wirtschaftenden Menschen bestand. Tausende Kilometer an Steinmauern ziehen sich durch die Wachau und legen eindrucksvoll Zeugnis davon ab, wie erst die Klöster und später die Weinbauern sukzessive die Landschaft geprägt und geformt haben. Die Steinmauern sind sichtbare Tradition und drücken der Landschaft und der Kultur der Region ihren Stempel auf.

Ohne Steinmauern gäbe es in den steilen Rieden keinen Weinbau. Oft direkt in den Fels gebaut, trotzen sie den Bergen Terrassen, Weingärten und Rebzeilen ab. Die Steinwände sind elastisch und verteilen den Druck des Wassers, schützen vor Erosionen, speichern Wärme und sind zudem eine Lebensnische für eine Vielzahl von Reptilien, Insekten und Pflanzen. Ihre Instandhaltung ist mühevoller aber auch essentieller Bestandteil unserer Weingartenarbeit.